Wissenschaftliche Forschung „in echt“ … (am DESY und XFEL)

Am Dienstag, dem 13.09.2016, besuchten neun Elftklässler unserer Schule den Teilchenbeschleuniger in Hamburg, das DESY. Ziel dieses Ausflugs war es, ein erstklassiges Forschungszentrum ‚live‘ zu erleben und ein wenig Begeisterung und Kreativität für die eigene Zukunftsplanung mit nach Hause zu nehmen.

Los ging es um 7.40 Uhr mit dem Flixbus in Rostock. Nach 2 ½ Stunden Fahrt wurden wir von DESY-Mitarbeitern in Empfang genommen und konnten in einer Mensa einen Imbiss zu uns nehmen.

Danach fuhren wir zum Beschleunigerring „Petra“. Beeindruckend waren die am Ring angebrachten Mess-Stationen, in denen Versuchsaufbauten auf speziellen schwingungsgedämpften Tischen installiert waren, um mit der – von den im Ring beschleunigten Elektronen emittierten – Röntgenstrahlung Strukturuntersuchungen an Materialien durchzuführen. Bei diesen Materialien handelt es sich z.B. um Metallbeschichtungen, deren magnetische Strukturen vielleicht für Datenspeicher (oder anderes) der Zukunft einen Nutzen haben werden. Wir durften in einem Laborraum eine Aparatur sehen, mit der spezielle metallische Strukturen auf spezielle Substrate aufgebracht werden. Diese metallischen Strukturen betreffen sehr viele nur etwa eine Atomlage dicke Schichten – was für eine Präzision!

In einem Laborgebäude, an dem CFEL stand, wurde uns gezeigt, wie bspw. der elektrische Widerstand dieser Schichten gemessen wird, aber es war auch von der magnetischen Spinstruktur und magnetischen Momenten die Rede, mit denen man die Materialien zu charakterisieren versucht. Das war alles sehr interessant, insbesondere deshalb, weil die Messkonstruktionen teilweise aussahen wie aus dem heimischen Baukastensystem erstellt.

Schließlich wurde uns erklärt, dass im DESY ein Röntgenlaser beginnt, an dessen Ende in 3 ½ km Entfernung ein Gebäude steht, in dem ab 2017 Messungen mittels dieses Lasers durchgeführt werden sollen. Wir wurden zu diesem (XFEL-)Gebäude gefahren und uns wurde erklärt, dass der Röntgenlaser gepulste Röntgenstrahlen abgibt, und zwar ganz schön viele in nur einer Sekunde (es handelt sich um Pulstakte im Femtosekundenbereich!). Mittels einer CCD-Kamera werden dann mehr als 1400 Bilder pro Sekunde (Zitat Gina: „1442, das hab ich mir gemerkt!“) von bspw. chemischen Reaktionen aufgenommen. Man wird also zukünftig genau sehen können, wie chemische Reaktionen im Detail ablaufen, wie Medikamente auf Bakterien oder Viren wirken usw., unglaublich! Wir durften uns die zukünftigen Arbeitsräume der Wissenschaftler ansehen, nach Überwinden einer Sicherheitsschleuse auch die Messhalle und sogar den Tunnel, in dem der Röntgenlaser ab 2017 entlang laufen wird. Schwer beeindruckt verließen wir das Gelände und fuhren mit dem Flixbus wieder heim nach Rostock.

Dr. Sven Radefeldt


Der Link zu diesem Artikel lautet:
http://greenhouse-school.de/2016/09/22/wissenschaftliche-forschung-in-echt-am-desy-und-xfel/