Prachtexemplar im Biologieunterricht

Am 6. Oktober stellten wir ein echtes Prachtexemplar seiner Art vor: Perca fluviatilis, ein Flussbarsch aus dem uns allen vertrauten hiesigen Gewässer, der Warnow.

Im Rahmen des Biologieunterrichtes zum Thema Fische beobachtete die Klasse 5b an diesem Tag eine Fischsektion, um die zuvor im Unterricht behandelten inneren Organe sowie äußeren Merkmale am Naturobjekt zu betrachten und zu erleben. Als Modell diente uns ein wirklich “schöner“ und gesunder Flussbarsch, was von der roten Färbung der After-/ Bauch- sowie Brustflossen abgeleitet werden konnte. Mit einer Länge von etwa 30 cm schätzte ihn ein erfahrener Angler auf etwa 10-12 Jahre, dem Alter unserer “Fünfis“, was für Erstaunen sorgte. Die Frage, was ein Flussbarsch wohl frisst, beantworteten die SchülerInnen schnell, nachdem sie sein imposantes Maul sowie die Zähne erfühlten. Es ist ein Raubfisch. Nachdem die für einen Barsch typische Rückenflosse mit spitzen Stachelstrahlen von den Schülern betrachtet und die für Fische charakteristische Körperbedeckung erfühlt wurde, legten wir eine seiner Kammschuppen unter das Mikroskop, um die Struktur dieser noch besser zu erkennen.

Nun ging es los, die Sezierung des Tieres. Vorsichtig wurde der Fisch nach einem bestimmten Verfahren aufgeschnitten und die inneren Organe freigelegt. Gemeinsam entdeckten wir die zuvor nur im Lehrbuch betrachteten Merkmale, Herz, Kiemen, Magen, Darm, Leber u.a., was gar nicht so einfach war. Die sonst mit Gas gefüllte, silberschimmernde Schwimmblase war leider bereits geplatzt. Da sich einige SchülerInnen durch freizeitliches Angeln des Öfteren mit den Merkmalen eines Fisches auseinandersetzen, unterstützten sie mich tatkräftig und wir lernten voneinander.

Das Highlight jedoch war, den noch mit Nahrungsresten stark gefüllten Magen zu entleeren, um zu erkennen, was unser Prachtkerl zu sich genommen hatte, bevor er an den Haken biss. Zu unserer Überraschung zeigten sich zwei Flusskrebse. Es ist dabei noch zu klären, ob es sich bei den beiden um den heimischen Edelkrebs/europäischen Flusskrebs, Astacus astacus oder die aus Amerika stammende invasive, weit verbreitete Art des Kamberkrebses, Orconectes limosus, handelt. Sie wurden auch erst einmal präpariert.

Zusammengefasst, war diese, einmal “andere“ Stunde eine Bereicherung für alle. Die Betrachtung von Naturobjekten im Vergleich zu vereinfachten Darstellungen im Lehrbuch, ist nun mal unschlagbar und deshalb besonders wertvoll im Biologieunterricht.

von Juliane Schwierz (Biologielehrerin, 5B)


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