Gedenkstättenbesuch in Ravensbrück – ein Tag, der nachdenklich macht

Was bedeutet es, einen Ort zu besuchen, an dem über 30.000 Menschen ihr Leben verloren haben? Mit dieser Frage im Kopf machte sich unsere Klasse 10 MR der Greenhouse School Graal-Müritz am 26. Februar 2026 auf den Weg zur Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Ravensbrück.

Bereits um 7:00 Uhr morgens starteten wir gemeinsam mit Frau Hanne und Herrn Kotzian. Nach der Ankunft begann um 10:15 Uhr unsere Führung über das Gelände, die bis etwa 15:30 Uhr dauerte. Gegen 18:30 Uhr kamen wir wieder in Graal-Müritz an – müde, aber mit vielen Eindrücken und Gedanken.

Ravensbrück war das größte Konzentrationslager für Frauen auf deutschem Gebiet. Während der Zeit des Nationalsozialismus waren dort zehntausende Frauen inhaftiert. Sie mussten unter unmenschlichen Bedingungen Zwangsarbeit leisten, wurden gedemütigt, misshandelt und entrechtet. Mehr als 30.000 Menschen kamen dort ums Leben. Diese Zahl hat uns besonders bewegt.

Während der Führung besichtigten wir verschiedene Orte des ehemaligen Lagergeländes: das Führerhaus, das Haupthaus, die ehemaligen Zwangsarbeiterhäuser, die Bahnschienen, mehrere Gedenkstätten sowie das Krematorium mit dem Vernichtungsofen. Besonders dort war die Stimmung sehr bedrückend. Es ist etwas ganz anderes, solche Orte mit eigenen Augen zu sehen, als nur im Unterricht darüber zu sprechen.

Schon am Tag vor dem Besuch hatten wir Arbeitsaufträge erhalten, die wir vor Ort weiterbearbeiten sollten. In Kleingruppen informierten wir uns in verschiedenen Gebäuden und Ausstellungen, hörten Erklärungen und suchten gezielt nach Informationen.

Unsere Gruppe – Lilly, Megan, Til und Carlo – beschäftigte sich zum Beispiel mit dem Thema „Biografien“. Dafür untersuchten wir einzelne Lebensgeschichten von Häftlingen und versuchten herauszufinden, wie ihr Leben vor und während der Zeit im Lager aussah. Dabei wurde uns besonders bewusst, dass hinter jeder Zahl ein Mensch mit einer eigenen Geschichte steht.

Während des gesamten Besuchs waren unsere Mitschülerinnen und Mitschüler sehr aufmerksam und respektvoll. Viele von uns waren schockiert von dem, was wir gesehen und erfahren haben. Ein besonders bewegender Moment war für uns der Aufenthalt an der Gedenkstätte der Toten. Dort wurde es ganz still – und wir merkten, wie sehr uns dieser Ort berührt.

Für uns war dieser Tag sehr eindrucksvoll und emotional. Der Besuch hat uns gezeigt, wie wichtig es ist, sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen und die Erinnerung wachzuhalten.

(Megan und Lilly/10MR; Fotos: HAN)


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