Literatur, Geschichte und Kunst in Thüringen erleben

Literatur und Geschichte lassen sich nicht nur im Klassenzimmer und in Büchern entdecken. Auf einer gemeinsamen Fahrt nach Thüringen konnten Schülerinnen und Schüler der Klassen 11 und 12 historische Orte erleben, an Workshops teilnehmen und ihre eigenen Projekte direkt vor Ort präsentieren.

Eigene Denkmäler in Buchenwald

Ein besonderer Schwerpunkt der Fahrt lag auf dem Besuch der Gedenkstätte Buchenwald. Im Rahmen einer Projektaufgabe hatten die Schülerinnen und Schüler eigene Ideen für ein Denkmal entwickelt. Vor dem bestehenden Denkmal stellten sie ihre Entwürfe vor und erläuterten, welche Gedanken und Botschaften hinter ihren Ideen standen.

Damit wurde die Auseinandersetzung mit dem Erinnern und Gedenken zu einer eigenen kreativen und zugleich anspruchsvollen Aufgabe: Was soll ein Denkmal vermitteln? Welche Form eignet sich dafür? Und wie kann man eine Botschaft so gestalten, dass sie auch für andere verständlich und eindringlich wird?

Auf den Spuren der Geschichte: die Wartburg

Auf der Wartburg verbanden sich historische Einblicke mit praktischer Arbeit. Nach einer Führung durch die Burg nahmen die Schülerinnen und Schüler an verschiedenen Workshops teil.

Dabei konnten sie unter anderem mit einer historischen Druckpresse ein eigenes Bild der Wartburg herstellen. In einem weiteren Workshop schrieben sie mit Feder und Tinte ihre Namen und erhielten so einen ganz unmittelbaren Eindruck von historischen Schreib- und Drucktechniken.

Auch die historischen Räume der Wartburg und der Blick über die Landschaft boten zahlreiche Anknüpfungspunkte, um Geschichte nicht nur zu betrachten, sondern sich ihr auf unterschiedliche Weise zu nähern.

Faust in Erfurt

Auch die Literaturgeschichte kam nicht zu kurz. In Erfurt beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler mit der Faustsage und hörten die Geschichte an einem historischen Ort vor dem Rathaus.

Eigentlich sollte anschließend auch das Faust-Gässchen besucht werden. Aufgrund des Wetters musste dieser Programmpunkt allerdings entfallen – ein kleiner Beweis dafür, dass selbst eine gut geplante Exkursion manchmal flexibel bleiben muss.

Weimar – Goethe, Schiller und die Weimarer Klassik

In Weimar führte die Reise schließlich mitten hinein in die Welt von Goethe und Schiller. Beim Besuch von Goethes Gartenhaus erhielten die Schülerinnen und Schüler Einblicke in einen Ort, der eng mit Goethes Leben und Wirken verbunden ist.

Eine besondere Ergänzung bildete eine digitale interaktive Stadtrallye, die drei Schülerinnen und Schüler im Vorfeld als eigene Projektaufgabe entwickelt hatten. Damit wurde die Stadt selbst zum Lern- und Entdeckungsraum.

Auch die Anna Amalia Bibliothek und das Schillerhaus standen auf dem Programm. Ein anschließender Workshop setzte sich mit der Weimarer Klassik und ihren Bezügen zum Nationalsozialismus auseinander. Dabei wurde deutlich, dass sich die beiden historischen Epochen nicht einfach voneinander trennen lassen, sondern dass es vielfältige und teilweise widersprüchliche Bezüge und Formen der späteren Vereinnahmung der Weimarer Klassik gab.

Humanität und Bildung – selbst präsentieren

Den Abschluss der literarischen Projektarbeit bildete die Auseinandersetzung mit dem Humanitäts- und Bildungsideal der Weimarer Klassik.

Am Goethe-und-Schiller-Denkmal auf dem Theaterplatz präsentierten die Schülerinnen und Schüler ihre Projektaufgaben. Dabei ging es nicht nur darum, Ergebnisse vorzustellen: Auch die Zuhörenden erhielten eigene Aufgaben und wurden so aktiv in die Präsentationen einbezogen.

So wurde aus dem historischen Ort ein besonderer Präsentationsraum – und aus dem Unterricht eine Begegnung mit Literatur, Geschichte und den Fragen, die dahinterstehen.

Lernen, das bleibt

Die Fahrt verband unterschiedliche Lernformen miteinander: historische Führungen, Workshops, kreative Aufgaben, digitale Projekte, Präsentationen und gemeinsame Reflexion.

Vor allem aber zeigte sie, dass Lernen dann besonders eindrücklich werden kann, wenn Schülerinnen und Schüler selbst tätig werden, eigene Ideen entwickeln und diese an den Orten präsentieren, mit denen sie sich inhaltlich beschäftigen.

Buchenwald, die Wartburg, Erfurt und Weimar wurden so für einige Tage zu erweiterten Klassenzimmern – mit Geschichte zum Anschauen, Literatur zum Entdecken und Projekten zum eigenen Gestalten.

(DAS/SDW/BRU)

 


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