Wovor hast du Angst?
Auf diese zu Beginn der Unterrichtseinheit gestellte Frage gab es ein kurzes Schweigen und dann ein reges Antworten. Plötzlich war die Tafel beschrieben mit all den Dingen, vor denen wir uns fürchten.
Man erinnert sich an „Der kleine Angsthase“, dessen Großmutter Ängste in ihrem Enkel schürte, die sie selbst hatte. Der sogenannte Angsthase wurde daraufhin sozial isoliert und musste mit dem kleinen Ulli spielen. In einer Gefahrensituation überwindet er seine Angst, fasst Mut, rettet den kleinen Ulli und am Ende auch das ganze Dorf vor dem bösen „Hasenfeind“. Schließlich ist der „mutige“ Hase ein Held, wird mit einem Orden geehrt und ist ab sofort integriert in die Hasengemeinschaft.
Ergo, Angst ist negativ? Mut verschafft Ansehen? Schaut man auf bekannte Vorfälle und Ergebnisse der Zivilcourage mitten in unserer Gesellschaft trifft das wohl eher nicht zu.
Angst gibt es in allen Kulturen, sie ist nichts Schlimmes stellten wir gemeinsam fest. Wir haben vor Tieren Angst, aber auch vor Menschen, vor Fabelwesen, vor der Dunkelheit, vor Krankheit, Tod und Weltende…
Jeder Lebensabschnitt ist mit anderen Ängsten verbunden. Angst ist menschlich. Sie tritt immer dann auf, wenn der Mensch auf Neues und Unbekanntes trifft. Sie beschützt uns. Mancher überwindet die Angst, ein anderer nicht.
Was aber, wenn Angst mich nicht beschützt, sondern mich krank macht? Dazu schauten wir auf Zivilisationskrankheiten – Angststörungen – und damit insbesondere auf Edvard Munch.
Inspiriert von all unseren Eindrücken wagten wir vorsichtige Schritte in die Welt der Lyrik, um unseren Empfindungen ein Kleid zu geben.
Die Angst
Ich habe Angst,
rede ich drum herum?
Auf einmal drehte er sich um.
Ich dachte, ich wär weg.
Ich hatte Angst.
Ich lag im Dreck.
Ich überlegte mir etwas.
Ich war nass,
auf einmal, es war schon spät.
In diesem Tal – ich lag einfach da.
Das Wasser ist klar.
Doch alles verschwindet.
Es ist dunkel.
Ich hatte wieder Angst,
für kurze Zeit war ich glücklich,
ich war weg, ganz weit.
Doch die Realität ist gekommen,
mir wurde alles genommen.
Ich habe Angst.
von Frithjof
Angst
Sie ist da, sie nah,
begleitet uns auf allen Wegen,
schützt uns, warnt uns,
manchmal gemein, manchmal nur im Schein,
sie zu besiegen ist schwer,
das Gefühl danach leer.
Doch was sie wirklich auszeichnet, ist,
dass sie uns immer begleitet. (Mist)
von Moritz
Angst
Angst ist
nur so schlimm
wie man sie sich
ausmalt
Angst
macht sie
klüger, macht sie
dümmer, wer weiß das
schon
von Tim
die Kraft der Angst
Habe ich Angst?
Was macht sie mit mir?
Holt sie mich ein?
Oder überholt sie mich hier?
Wie lerne ich, mit ihr umzugehn?
Ist sie hässlich oder wunderschön?
Hilft sie mir oder bringt sie mich um?
Macht sie mich klüger oder macht sie mich dumm?
Wenn du lebst, dann lebst du in Angst.
Wenn du stirbst, dann stirbst du im Leben.
Die Zeit ist nicht lang, du musst alles geben.
Vergiss die Angst, versuche nach Glück zu streben.
Die Angst verwirrt dich,
die Angst macht dich dumm
und lernst du nicht mit ihr umzugehn,
so bringt sie dich um.
von Dominik
Die Angst ist immer da
sie macht mich nervös, ist wunderbar.
Sie hilft uns in guten und ins schlechten Zeiten,
öffnet uns wunderbare Weiten.
Doch sie macht nervös,
ist oft sehr pompös.
Ich versuch‘ sie zu unterdrücken,
doch sie kriecht mir wieder auf den Rücken,
am Ende habe ich sie überwunden
und drehe wieder meine Runden.
Überwunden habe ich sie
mit sehr viel Fantasie.
von Maximilian
Angst
geheimnisvoll, unheimlich
beschützt mich manchmal
aber hemmt mich auch
seltsam…
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https://greenhouse-school.de/2012/04/04/philosophie-klass7-angst/



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